Sicherung fliegt raus
Warum ein Leitungsschutzschalter wiederholt auslöst und wie Sie die Ursache eingrenzen.
Ursachen für eine wiederholt auslösende SicherungEine Steckdose gibt plötzlich keinen Strom mehr, obwohl der Stecker fest sitzt. Bevor Sie zum Telefon greifen, lassen sich die häufigsten Ursachen mit ein paar einfachen Handgriffen eingrenzen. Dieser Ratgeber zeigt, was Sie selbst prüfen können – und woran Sie erkennen, dass es ein Fall für die Elektrofachkraft ist.
In den allermeisten Fällen steckt einer von drei Gründen dahinter: ein ausgelöster Schutzschalter, eine gelockerte Klemmstelle in der Dose oder ein Defekt an der Steckdose selbst. Mit ein paar kurzen Prüfungen am eigenen Verteiler lässt sich das oft schon eingrenzen, bevor überhaupt eine Fachkraft nötig ist. Eine einzige Ausnahme gilt sofort: Fühlt sich die Dose warm an, ist sie sichtbar verfärbt oder riecht es verschmort, ist das kein Fall zum Selberprüfen mehr.
Prüfen, ob die Steckdose an einen Wandschalter gekoppelt ist
Im Verteiler nachsehen, ob Schutzschalter oder FI-Schalter ausgelöst haben
Eine Lampe oder ein Gerät in einer benachbarten Steckdose testen
Bei warmer, verfärbter oder kokelnder Dose sofort abschalten und Fachbetrieb rufen
Vier Gründe erklären die meisten Fälle. In vielen Essener Altbauwohnungen, etwa im gründerzeitlichen Bestand rund um Rüttenscheid, sind es auffällig häufig gealterte Schraubklemmen, die sich nach Jahrzehnten unter Last gelöst haben – ein Grund mehr, warum die Ursache selten „einfach die Steckdose" ist, sondern genauer betrachtet werden sollte.
Der Leitungsschutzschalter für genau diesen Stromkreis hat im Verteiler ausgelöst, oft nach einer kurzzeitigen Überlastung durch mehrere gleichzeitig laufende Geräte.
An der Schraub- oder Federklemme in der Dose hat sich der Kontakt gelöst, meist nach Jahren mit häufigem Stecken und Ziehen sowie durch Wärme unter Last.
Die Steckdose selbst ist verschlissen oder beschädigt und stellt keinen Kontakt mehr her, unabhängig davon, was im Stromkreis sonst passiert.
Ein Fehlerstromschutzschalter betrifft normalerweise mehrere Steckdosen gleichzeitig, nicht nur eine einzelne – ein wichtiger Unterschied, wenn Sie die Ursache eingrenzen.
Gehen Sie die folgenden Schritte der Reihe nach durch – jeder grenzt eine mögliche Ursache aus, ohne dass Sie die Verteilung öffnen oder an einer spannungsführenden Klemme arbeiten müssen.
Manche Steckdosen, etwa hinter einem Lichtschalter oder für eine Stehlampe vorgesehen, sind bewusst geschaltet. Prüfen Sie zuerst, ob ein Wandschalter in der Nähe die Dose ein- oder ausschaltet.
Sehen Sie im Sicherungskasten nach, ob der Leitungsschutzschalter für diesen Stromkreis herausgesprungen ist, und legen Sie ihn wieder um.
Prüfen Sie, ob der Fehlerstromschutzschalter (FI) ausgelöst hat. Betrifft der Ausfall mehrere Steckdosen gleichzeitig statt nur einer, deutet das eher auf den FI als auf die einzelne Dose hin.
Stecken Sie ein funktionierendes Gerät oder eine Lampe in eine benachbarte Steckdose. Funktioniert diese, liegt der Fehler vermutlich an der einzelnen Dose oder ihrer Zuleitung, nicht am ganzen Stromkreis.
Fühlt sich die Steckdose warm an, ist sie sichtbar verfärbt oder riecht es verschmort, nutzen Sie sie nicht weiter. Das sind reale Anzeichen für eine überhitzte Klemmstelle und damit ein Brandrisiko, das Sie ernst nehmen sollten – auch wenn die Dose sonst noch normal funktioniert.
Schalten Sie den betroffenen Stromkreis in diesem Fall am Verteiler ab, statt abzuwarten, ob es von selbst besser wird. Sehen Sie Funken oder Rauch, rufen Sie zuerst die Feuerwehr unter 112 und danach eine Elektrofachkraft.
Bleibt die Ursache nach den vier Selbstchecks unklar, oder steckt tatsächlich eine gelockerte Klemmstelle hinter der Dose, ist das Öffnen und Nachziehen der spannungsführenden Anschlüsse gesetzlich der Elektrofachkraft vorbehalten (NAV §13) – bei einem Fehler drohen Lebensgefahr und der Verlust des Versicherungsschutzes. Für den fachgerechten Austausch oder die Reparatur einer Steckdose sind wir unter Steckdose & Schalter in Essen für Sie erreichbar.