Rüttenscheid
Elektroinstallation im gründerzeitlichen Altbau rund um die Rüttenscheider Straße und die Siedlung Altenhof.
Elektroinstallation im Rüttenscheider AltbauNicht jede in die Jahre gekommene Steckdose ist ein Problem – aber bestimmte Anzeichen an Sicherungskasten, Steckdosen und Schaltern verraten recht zuverlässig, wie alt und wie sicher eine Elektroinstallation tatsächlich ist. Dieser Ratgeber zeigt fünf sichtbare Warnzeichen, die Sie ganz ohne Werkzeug selbst prüfen können, und ordnet ein, was jedes davon bedeutet.
Wenn Sie mindestens eines der folgenden Zeichen bei sich entdecken, lohnt sich ein genauerer Blick. Alle fünf Punkte lassen sich rein durch Hinsehen prüfen, ohne dass Sie selbst an der Anlage arbeiten.
Porzellansicherungen statt moderner Leitungsschutzschalter im Verteiler
Runde Steckdosen ohne sichtbaren Schutzkontakt
Verteiler ganz ohne FI/RCD-Schutzschalter
Steckdosen oder Schalter, die sich warm anfühlen
Verfärbte oder leicht verformte Abdeckungen an Steckdosen und Schaltern
Jedes dieser Anzeichen deutet auf eine Installation aus einer Zeit hin, in der andere Normen und ein anderer Strombedarf galten als heute.
Alte Schmelzsicherungen mit dem typischen Porzellankörper und Schraubgewinde erkennen Sie daran, dass sich bei einer Überlastung ein kleines Fenster oder ein Schmelzdraht meldet, statt dass ein Hebel einfach umlegt. Der heutige Leitungsschutzschalter (LS-Automat) löst dagegen elektromechanisch aus und lässt sich per Kippschalter wieder einschalten. Porzellansicherungen sind für sich genommen kein Defekt, zeigen aber zuverlässig eine Installation an, die seit Jahrzehnten nicht grundlegend erneuert wurde.
Moderne Schuko-Steckdosen haben oben und unten sichtbare Metallklammern, über die der Schutzleiter (PE) Kontakt zum Stecker bekommt. Fehlen diese Klammern und sehen Sie nur zwei runde Löcher ohne Metallkontakt, läuft die Leitung dahinter wahrscheinlich zweiadrig, also ganz ohne Schutzleiter. Das war früher üblich und ist als unveränderter Bestand zulässig, bietet im Fehlerfall aber keinen Schutz vor einem gefährlichen Berührungsstrom.
Ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI, fachlich RCD) schützt Personen, nicht nur die Leitung. Steht im Verteiler ausschließlich eine Reihe von Sicherungen oder Automaten, aber kein separates FI-Bauteil, fehlt dieser Personenschutz komplett – nicht nur für einzelne Steckdosenkreise, sondern für die gesamte Anlage.
Eine Steckdose oder ein Schalter, der sich beim Anfassen spürbar warm anfühlt, deutet auf einen losen Kontakt, eine Überlastung oder eine beginnende Schmorstelle hin. Das ist unabhängig vom Alter der Installation ein Zeichen, das Sie ernst nehmen sollten.
Leicht gelbliche oder bräunliche Verfärbungen rund um die Kontaktstellen einer Steckdosenabdeckung, teils mit minimal verformtem Kunststoff, sind Spuren von wiederholter Wärmeeinwirkung über längere Zeit. Sie zeigen sich meist zuerst dort, wo regelmäßig hohe Lasten hängen, etwa an Herd- oder Waschmaschinenanschlüssen.
Essens Baugeschichte ist ungewöhnlich zweigeteilt – und das zeigt sich auch am Verteiler.
In Rüttenscheid steht rund um die Rüttenscheider Straße bis heute gründerzeitlicher Altbau, der den Zweiten Weltkrieg trotz schwerer Zerstörung des Stadtteils teilweise überstanden hat. In Frohnhausen prägen die ehemaligen Krupp-Werkssiedlungen Luisenhof (1910–1912), Bärendelle (1915–1917) und Breilsort (1916–1920) das Bild. In Gebäuden aus beiden Bauphasen treffen wir regelmäßig auf genau die Zeichen aus diesem Ratgeber: zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter und Verteiler ganz ohne Fehlerstromschutz.
Holsterhausen wurde im Krieg so stark zerstört, dass es danach als größtes zusammenhängendes Wiederaufbaugebiet Westdeutschlands galt. Die Installationen sind dadurch im Schnitt jünger als in Rüttenscheid oder Frohnhausen – aber eben auch aus einer Bauzeit, in der ein FI-Schutzschalter noch keine Selbstverständlichkeit war. Ein fehlender Fehlerstromschutz ist deshalb kein reines Altbau-Thema, wie auch die erhaltenen Teile der Arbeitersiedlung Alfredshof im Stadtteil zeigen.
Beobachten dürfen Sie selbst, verändern nicht: Arbeiten an der Festinstallation – also an Leitungen, Dosen, Schaltern und dem Verteiler selbst – sind gesetzlich einer Elektrofachkraft bzw. einem im Installateurverzeichnis eingetragenen Installationsbetrieb vorbehalten (§ 13 NAV, DIN VDE 0100). Das gilt auch dann, wenn Ihnen ein Nachrüsten einfach erscheint.
Der Grund dafür ist keine reine Formsache: Arbeiten unter Spannung oder an einem nicht korrekt freigeschalteten Stromkreis sind lebensgefährlich, bergen ein echtes Brandrisiko und können bei Eigenarbeit im Schadensfall den Versicherungsschutz kosten.
Treffen mehrere der oben genannten Zeichen gleichzeitig auf Ihre Installation zu, ist das in der Regel kein akuter Notfall, aber ein guter Anlass für eine Elektroinstallation in Essen mit Bestandsaufnahme – von der gezielten Nachrüstung einzelner Stromkreise bis zur kompletten Neuinstallation.
Am Telefon schildern Sie uns kurz, was Ihnen an Ihrer Installation aufgefallen ist. Wir ordnen es ein und sagen Ihnen ehrlich, ob es sich um harmlose Altersspuren handelt oder ob sich ein genauerer Blick vor Ort lohnt.
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